Schlaflos…
Nachts. Es ist 02.02 Uhr. Warum auch nicht. Eine schöne Zahl.
Ich kann mal wieder nicht schlafen, nichts Ungewöhnliches, aber leider doch etwas lästig. Meine restless Legs tragen mich von einem Gedanken zum Nächsten und ich befinde mich gerade in der völlig überflüssigen Gedankenschleife von nicht umgesetzten Ideen, die ich in den letzten Jahren so hatte (das waren nicht gerade wenige),
sodass sie mittlerweile schon nicht mehr einzigartig sind, sondern in der Welt von social Media in die Massenproduktion integriert wurden.
Ideen, Ideen, Ideen…
Das reicht von stylischen Tischen und Lampen aus Holz und Epoxidharz, über Kunden mit WhatsApp-Support jederzeit zu unterstützen, über Tiny Häuser im Wald, bis hin zu Yoga am See in den frühen Morgenstund-hat-Gold-im-Mund-Zeiten.
Die vertanen Chancen sind zahl-und schmerzreich, erinnern sie mich doch immer präzise an meine größte Schwachstelle: Nicht einfach loszugehen und es zu tun.
Scheinbar kommt immer etwas dazwischen, muss noch perfektioniert, optimiert und vorbereitet werden, irgendwas fehlt: im Zweifel Zeit oder/und Geld.
Die Liste dazu ist lang und vielfältig.
Deprimierend.
Erschöpfend und leider In Dauerschleife fest installiert, zumindest heute Nacht. Eigentlich sollte mich das gar nicht so stören, man sagt ja, man bekäme immer wieder die Gelegenheit, wenn sie wirklich für einen gedacht ist.
Bin ich ein Versager??
Dennoch hat es einen kleinen Versager-Geschmack mit trüber Langzeitnote.
Denn es ist ja wohl so: hast du eine gute Idee und gehst nicht los, um sie in die Welt zu bringen, dann macht es jemand anderes, denn mit der Idee IST die Frequenz ja schon im Raum und somit greifbar für andere.
Quantenphysik eben. Alles ist verfügbar. Für jeden.
Tja.
Das ist dann wohl ein würdiges Lernthema.
Wahrscheinlich werde ich das nicht heute Nacht für mich lösen,
(ist DAS Prokrastination? Oder noch im Bereich Angst vor Sichtbarkeit, Ausreden finden um jeden Preis oder ähnliches?), dennoch ist es etwas, was immer mal wieder vorkommt, besonders wenn ich aufgrund von Lebenssituationen gerade wenig Zeit habe, mich kreativ auszuleben (Da ist sie ja schon wieder die Ausrede!).
Zeit, Zeit, Zeit…
In dem Moment frage ich mich, was ist besser:
Das Zeit-und Recourssen blockierende Projekt so schnell wie möglich fertigzustellen und dann wieder loslegen mit dem, was mich erfüllt?
Oder: Den Tag so zerstückeln, und in kleine Portionen mit kreativen Häppchen, produktiven Blöcken und nicht verhandelbaren Pflichten zu verwandeln und so alles auf einmal, aber jedes mit wenig Zeit tun zu können?
Ich weiß es manchmal nicht. Zurzeit mache ich ein wenig von beidem. An manchen Tagen stückel ich ein bisschen mehr, an anderen Tagen arbeite ich große Brocken des Projektes ab. Nichtsdestotrotz ist es ja selbst gewählt.
Wer sagt denn, dass ich meine Webseite allein bauen muss? (OK, ich habe meinen Geldbeutel gefragt UND auch noch seine Kollegen, die Sparkonten).
Oder, dass ich den Hof in einen Seminarhof umwandeln soll? Oder, dass ich noch eine Fortbildung zu Thema XY durchziehen möchte? Hmmm.
Wenn ich so drüber nachdenke, bin das natürlich nur ich, aber ich spüre dabei auch ganz deutlich den inneren Ruf!
Meine Bestimmung. Meine Seele ruft! Sie und ich, wir haben hier einen Auftrag und den kann ich beim besten Willen nicht ignorieren. Auf keinen Fall. Das ist schon so lange in mir drin und will jetzt raus.
Ans Tageslicht. Mittenrein. Auf das Spielfeld. Und ich bin die Trainerin.
Nur Mut!
Guten Mutes voran, meine Liebe! Ja, so ist das. Mein Auftrag ist es, hier und jetzt einen Ort zu erschaffen, an dem Gemeinschaft entsteht. Mit Mensch und Tier und Natur.
Voller Leidenschaft, Freude, Spaß und Empathie. Das ist das wirklich große Ding und das geht nur Schritt für Schritt.
Denn bei so einem Langzeitprojekt, kommt schon mal das Leben dazwischen.
Das darf und soll es auch.
Es darf sich gut anfühlen und richtig.
Das will wirklich gelebt werden.
Und dafür gehe ich los.
Jetzt.
Heute noch.
Naja.
Vielleicht morgen.
Gute Nacht.